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Special vom 29.05.2010 |
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Unbelievable: Lena siegt beim Eurovision Song Contest 2010 |
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Unser Star holt tatsächlich den Sieg (Foto: Universal) |
DORTMUND, 29.05.2010 (100). Es ist kaum zu glauben, aber 28 Jahre nach Nicole und "Ein bisschen Frieden" siegte wieder einmal Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC). Ganze neun Mal hieß es für Lena Meyer-Landrut "And our twelve Points go to Germany!" Danke also an Nationen wie Finnland, Estland, Dänemark, Spanien, Slowakei, Lettland, Norwegen, Schweiz, Schweden und natürlich allen anderen, die uns Punkte gegeben haben.
Die Zeiten des schlechten Geschmacks und der Niveaulosigkeit beim ESC scheinen der Vergangenheit anzugehören. Keine verrückten Bühnenshows mehr, stattdessen Ernsthaftigkeit. Dort passte "Unser Star für Oslo", Lena zusammen mit ihrem Entdecker Stefan Raab, dann doch auch perfekt hin. Und tatsächlich sollte der Traum nach 28 Jahren wieder Wirklichkeit werden: 246 Punkte ersang Lena. Sie selbst konnte es natürlich kaum fassen.
"Die fabelhafte Welt der Lena". So oder so ähnlich sollte die Überschrift der bisherigen Erfolgsgeschichte der Vertreterin Deutschlands beim ESC heißen. In der heutigen Nacht gipfelte die Karriere der jungen Hannoveranerin.
Den Abend eröffnete der Gewinner des letzten Jahres, der Geiger Alexander Rybak. Unter den 18.000 Zuschauern in der Halle befand sich auch das norwegische Prinzenpaar, Mette-Marit und Haakon. Neu war in diesem Jahr, das schon zu Beginn der Veranstaltung vom Publikum abgestimmt werden konnte und, um eine Schiebung wie in den vergangenen Jahren vorzubeugen, eine Jury bereits am Tag der Generalprobe ihre Punkte vergab. Vorstand der deutschen Delegation war Hape Kerkeling, für den auch ein großer Traum in Erfüllung ging. Er durfte aus Hamburg die Punktevergabe von Deutschland durchgeben.
Safura aus Aserbaidschan wurde bereits in den Tagen vor dem ESC als starke Konkurrenz für Lena gehandelt. Sie machte den Anfang, im blauen Minikleidchen mit langer Schärpe und einer Stimme, die Beyonce Knowles ähnelte. Ihr Choreograph gestaltete übrigens auch die Bühnenshow der amerikanischen Diva.
Erster kleiner Skandal schon beim zweiten Land: Während der spanische Beitrag seine Show abzog, schlich sich ein "Flitzer" auf die Bühne, der aber sofort vom Sicherheitsdienst von selbiger heruntergeführt wurde. Daher durfte Daniel Diges am Ende noch einmal auftreten.
Im Mittelpunkt des 55. Eurovision Song Contests stand vor allem ein Instrument, die Gitarre: Egal ob Singer/Songwriter aus Belgien (Tom Dice mit "Me And My Guitar"), der Waliser Jon Lilygreen, der für Zypern ins Rennen ging, oder Vukasin Brajic, der für Bosnien-Herzegowina die Bühne rockte. Endlich ist das ehemalige Schlagerwettsingen eine ernst zunehmende musikalische Veranstaltung. Die meisten weiblichen Teilnehmer trugen übrigens lange Roben, von rot über lila bis blau, waren alle Farben vertreten.
Eine Ausnahme in Sachen Extravaganz gab es dann doch, Milan Stankovic mit "Ovo je Balkan" ("Das ist der Balkan") aus Serbien. Auch er wurde ähnlich wie Lena in einer Castingshow für den Event gesucht und gefunden. Einzigartig diese Frisur, strohblond und mit einem Pony, eben ganz Metro-Style. Lady GaGa als Mann.
Eine Show, wie sie der britisches Musical-Held Andrew Lloyd Weber nicht besser hätte komponieren können, lieferte der Beitrag von der Insel ab. Sänger Josh Dubovie tanzte über die Bühne und erzählte dabei seine Geschichte von "That Sounds Good To Me", während im Hintergrund viel getanzt wurde. Der Lloyd Weber kann stolz auf seine Landsleute sein.
Und dann war es endlich soweit: an 22. Position kam unsere Lena. Nach den deutschen Debakeln der letzten Jahre beim Grand Prix versuchte in diesem Jahr wieder der Mann uns zum Erfolg zu bringen, Stefan Raab. Unter ihm und seinen Künstlern (Guildo Horn und Max Mutzke) schafften wir es immer in die Top 10.
Bei ihrem Auftritt gab es eigentlich keine großen Überraschungen. Die Sängerin, wie gewohnt im kleinen Schwarzen mit roten Lippen und mit ihrem für manche ungewöhnlichen Tanzstil. Als die ersten Takte von "Satelite" erklungen, tobte die Halle, wie bei keinem anderen Künstler.
Die Unfassbarkeit über ihren satellitenhaften Aufstieg in den letzten Wochen war der Hannoveranerin anzumerken. Noch während sie mitten im Abiturstress steckte, siegte sie bei einer Castingshow, eroberte zugleich die deutschen Single- und Albumcharts und spaltete ganz Deutschland, doch stolz kann die Nation in jedem Fall auf Lena sein, denn unter den Fuchteln ihres Mentors schaffte sie es, Deutschland endlich mal wieder einen Erfolg zu bringen. Herzlichen Glückwunsch nach Norwegen und Oslo!
Die Hymne und das Motto des Abends kam aus Dänemark. Die "dänischen Roxette", wie Kult-Kommentator Peter Urban das Duo Canée und N´ervergreen liebevoll bezeichnete, sang "In A Moment Like This". (sb) |
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