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Pop-Report vom 22.07.2010 |
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CD Kritik
The Magic Numbers: "The Runaway"
Nach vier Jahren Pause meldet sich das Londoner Quartett mit einem neuen Album zurück
"The Runaway", welches am 23. Juli erscheint, ist das dritte Album der Geschwister-Paare Romeo und Michele Stodart sowie Angela und Sean Gannon, die unter dem Namen The Magic Numbers firmieren.
Die ersten beiden Alben des Quartetts aus London-Ealing, das selbtsbetitelte Debüt aus dem Jahre 2005 und "Those the Brokes" (2006), liegen nun schon geraume Zeit zurück, so dass man "The Runaway" fast als Comeback bezeichnen könnte. Zum Glück haben The Magic Numbers in der Zwischenzeit kein Jota ihrer Songschreibekunst eingebüßt. Noch immer ist "melodieverliebt" das erste Schlagwort, das einem beim Hören der Band in den Sinn kommt und auch ihr etwas verschrobenes Hippieoutfit pflegt die Band weiterhin.
Trotzdem stellt "The Runaway" eine Weiterentwicklung dar: Sixties-Folk tritt etwas in den Hintergrund, dafür werden radiotaugliche Popsongs wie "Why Did You Call" und "Throwing My Heart Away" an den Start gebracht, die ein wenig an Fleetwood Macs Middle-of-the-Road-Klassiker "Rumours" erinnern. Als geglückter Gegenpol wird mit "Once I Had" und "Sound Of Something" dafür verhuschter Indie-Rock geboten.
Die neuen musikalischen Einflüsse passen sich nahtlos in den speziellen Kosmos der Magic Numbers ein, der nach wie vor von verästelten Gesangsharmonien, unerwarteten Melodiefolgen, filigranen Arrangements und einem folkigen Grundtenor bestimmt wird. Beste Beispiele sind die Eröffnungstracks "The Pulse" und "Hurt So Good", deren fragiler Sound durch feine Streicher in geradezu majestätische Höhen steigt.
Die Arrangements der Streicher stellen leider eine der letzten Arbeiten von Robert Kirby dar, der unter anderem verantwortlich für Nick Drakes Meisterwerke "Five Leaves Left" und "Bryter Layter" war und überraschend im vergangenen Oktober verstarb.
Der komplexe, dennoch eingängige Sound der Magic Numbers ist am ehesten mit dem der Flaming Lips oder dem der Beach Boys-Alben zwischen "Pet Sounds" und "Surf´s Up" zu vergleichen. Insofern war es eine besondere Ehre für das Quartett, dass es im Vorprogramm deren Masterminds Brian Wilson auftreten durfte.
Mit "The Runaway" wagen sich The Magic Numbers vorsichtig auf neues Terrain, ohne ihre alten Stärken darob zu vernachlässigen. Dem Namen ihres Labels, Heavenly Recordings, machen sie damit große Ehre.
LIVE:
17.10.10 Hamburg / Knust
25.10.10 Berlin / Magnet
26.10.10 Köln / Luxor
LINKS:
"The Pulse" Videostream
www.themagicnumbers.net (ra) |
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