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Pop-Report vom 08.05.2009 |
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Roland Meyer de Voltaire performte mal nachdenklich, mal wild (Foto: Pop100/ Brinkschulte) |
Konzert-Review
Voltaire rockten im Druckluft Oberhausen
Die Indie-Rocker aus Bonn begeisterten mit Gefühl und harten Riffs
OBERHAUSEN, 08.05.2009 (100). Gestern Abend machte die Indie-Rock-Band Voltaire im Zuge ihrer Tour zum neuen Album "Das Letzte Bisschen Etikette" im Oberhausener Druckluft Halt und sorgte bei intimer Atmosphäre vor sehr kleinem Publikum für Gänsehaut und Adrenalin-Schübe.
Bevor die fünfköpfige Band aus Bonn sich die Ehre gab, betraten zunächst die Jungs von The Heart of Horror die Bühne. Sie konnten mit ihrem Indie-Folk-Pop besonders den weiblichen Teil des Publikums begeistern und spielten Titel aus ihrem Album "You Need A Coin". Das deutsche Singer/Songwriter-Projekt von Mathias Reetz und Tim Ebert trat mit Verstärkung auf und lieferte u.a. mit "Let It Go" und "Homesick" eine gute Mischung aus melancholischeren und in die Beine gehenden Titeln.
Nach ca. einer Stunde lösten Sänger Roland Meyer de Voltaire und Gitarrist Marian Menge zunächst zu zweit ihre Vorgänger ab und lieferten mit Akustik-Tönen zu "Asche" vom Debüt-Album "Heute Ist Jeder Tag" einen ruhigen Einstieg. Bei "Wenn Du Gehst" stellten sie auch das neu entdeckte Instrument der Band vor: Ein Xylophon. Roland erzählte, die vergangenen gemeinsamen Auftritte mit John Watts, bekannt durch Fischer-Z, seien dafür ausschlaggebend gewesen. Wer Voltaire kennt wusste, dass die Jungs bald aber auch ihre E-Gitarren auspacken würden: Nun zu fünft auf der Bühne, verleitete Roland das rotzige "Zu Was" dazu, sich einen Stick von Schlagzeuger Sebastian Nase zu borgen und ungestüm auf das Becken sowie seine Gitarre zu schlagen.
Kleine Technik-Pannen, die kurzzeitig Rolands E-Gitarre verstummen ließen, brachten Voltaire nicht aus der Ruhe. Roland bemerkte, dass er früher "wie ein Berserker" in die Saiten gehauen habe und deswegen pro Set mindestens eine gerissen sei. Es folgte nun also eine Akustik-Einlage, bis er nach gelöstem Problem seine progressive, laute Seite u.a. bei "Tür" und "So Still" unter Beweis stellen konnte. Den krönenden Abschluss machte zunächst die Single "Die Gute Art", es folgten allerdings noch die mitreißenden Zugaben "Flut" und "Kaputt". Weil das Publikum, das dem Anschein nach überwiegend aus treuen Fans bestand, noch nicht genug bekommen konnte, kehrten die Bonner für ein weiteres Stück auf die Bühne zurück und experimentierten zu dem Tränengaranten "Das Haus Das Ich Dir Versprach" mit Klarinette und Blockflöte.
Gegen kurz vor Mitternacht erklungen dann schließlich die letzten Töne und das Publikum konnte diese in Gedanken mit auf den Heimweg nehmen. Voltaire hatten für eine harmonische Mischung aus ihren zwei bisherigen Platten gesorgt und bestätigten mit ihrem Auftritt, dass sie sich vor niemandem verstecken müssen. Mit ihren emotionalen Bombast-Balladen, aber auch den frech lärmenden Rock-Opern können sie auf ganzer Linie überzeugen. Sänger Roland Meyer de Voltaire schafft dabei die Balance zwischen verletzlichem Klagen und hartem, ausdrucksstarkem Fordern und verleiht der Band einen unverwechselbaren Sound.
Die nächsten Tour-Termine:
11.05.09 Magnet, Berlin
13.05.09 Prinzenbar, Hamburg
16.05.09 LCB, Wuppertal
18.05.09 Studio 672, Köln
19.05.09 Moritzbastei, Leipzig
21.05.09 Keller Club, Stuttgart
22.05.09 Kulturladen, Konstanz
23.05.09 Nachtleben, Frankfurt
Mehr Infos unter:
voltaire-musik.de
myspace.com/voltairegermany
twitter.com/Voltaire_
youtube.com/user/voltairevideo
Mehr auch auf Pop100:
Pop100 präsentiert: Voltaire auf Tour
CD Kritik: "Das Letzte Bisschen Etikette" (cb) |
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